Wenn sich Gewalt wiederholtDie Dynamik der Gewalt verläuft in einem Gewaltkreislauf, manchmal auch ähnlich einer Spirale, die immer enger wird. Gemäss den Hamburger Experten Lempert/Oelemann* lässt sich dieser Gewaltkreislauf in sechs Phasen gliedern.![]() Am Anfang und am Ende steht Phase 1 - Gewalttat: Ohnmachts- und Angstgefühle beim Mann werden von ihm „weggeschlagen“. Er verliert die Kontrolle über sich selber, erlebt ein „Blackout“, kann sich oftmals an nichts erinnern. Phase 2 - Aufwachen: Dem Mann wird bewusst, was er getan hat. Erschreckend erkennt er, was er angerichtet hat. Phase 3 - Reue/Scham: Der Mann möchte die Tat ungeschehen machen. Er fühlt sich schuldig und er verspricht, dass „so etwas“ nicht wieder vorkommen wird. Phase 4 - Verantwortung abgeben: Er sucht nach dem Auslöser für sein Fehlverhalten und findet den Fehler bei seinem Opfer. Er ist sich zwar seiner Schuld bewusst, überträgt allerdings die Verantwortung auf sein Opfer, den vermeintlichen Auslöser seiner unkontrollierten Gewalt. Phase 5 - Schweigen: Täter und Opfer schweigen über den Vorfall, neue Konflikte werden vermieden, Wut und Enttäuschungen werden verdrängt und aufgestaut. Phase 6 - Unausgetragene Konflikte - Abwehr von Ohnmacht - Entscheidung zur Gewalt: Die verdrängten Konflikte erzeugen beim Mann ein Gefühl der Ohnmacht und Ausweglosigkeit. Er glaubt, dies nicht länger aushalten zu können. Beim geringsten Anlass wird er erneut mit Gewalt reagieren, der Kreislauf beginnt wieder in Phase 1. Der Kreislauf kann spiralartig verlaufen, so dass die einzelnen Phasen zunehmend schneller und massiver durchlaufen werden. ––––––––––––––––––––– Quelle: * Burkhard Oelemann, Joachim Lempert, Endlich selbstbewusst und stark, Auflage 2001, OLE-Verlag Hamburg (ISBN 3-9807120-0-1) → pdf |